
Hinter dem Werkstattgebäude sind der beheizte Faulturm 1, der unbeheizte Faulturm 2 und der Schlammspeicherbehälter (von links nach rechts) sichtbar
Der aus der biologischen Reinigung entzogene Überschussschlamm (Sekundärschlamm) wird über einen Bandeindicker voreingedickt, bevor er zusammen mit dem in der Vorklärung anfallenden Primärschlamm, als sogenannter Rohschlamm in den beheizten Faulbehälter 1 (V = 2000 m³) gepumpt wird. Im Laufe des Schlammfaulungsprozesses (mesophile anaerobe Stabilisierung) wird dieser allmählich in den unbeheizten Faulbehälter 2 (V = 600 m³) verdrängt. Von dort wird der stabilisierte Schlamm zur weiteren Behandlung bzw. Verwertung in den Schlammspeicherbehälter abgelassen. Auch die Schlammfaulung oder Schlammstabilisierung ist ein biologischer Prozess, der aber im Gegensatz zur biologischen Abwasserreinigung im sauerstofffreien Milieu abläuft (anaerobe Verhältnisse).
| Daten zur Schlammbehandlung | |
|---|---|
| Faulbehältervolumen (beheizt): | 2.000 m³ |
| Faulbehältervolumen (unbeheizt): | 600 m³ |
| Schlammspeicher: | 600 m³ |
| Klärschlammmenge: | 1.809 t (2025) ca. 25 % Trockensubstanz |
Der organische Anteil (Kohlenstoffverbindungen) des Schlammes wird in mehreren Stufen durch die CO2-erzeugenden Bakterien in organische Säuren, Wasser und Kohlendioxid (CO2) umgewandelt. Diese organischen Säuren (z.B. Fett- und Buttersäure) werden von den Methanbakterien als Nahrung angenommen, in einfache Verbindungen sowie in Methan und Wasser zerlegt. Um eine optimale Faulung sicherzustellen, müssen bestimmte Rahmenbedingungen gewährleistet sein: pH-Wert etwa 7-7,5, konstante Faulraumtemperatur normalerweise zwischen 35 und 42 °C und eine ununterbrochene intensive Durchmischung. Im Sommer / Herbst wird der Faulturm langsam bis auf 46°C aufgeheizt, damit man die mit dem BHKW erzeugte Wärme nicht wegkühlen muss. Damit geht man in der kalten Jahreszeit von einem höheren Wärmeniveau aus, von dem man zehren kann, so dass man erst im Winter später zusätzliche, mit Erdgas erzeugte Heizenergie aufwenden muss.
Für noch besseren Abbau der organischen Masse wird seit Sommer 2007 ein Enzymgemisch in den Faulbehältern zugegeben. Dadurch steigerte sich der spezifische Klärgasanfall um 18 %, während sich die zu entsorgende Klärschlammmenge signifikant verringerte. Nach Beginn der Zudosierung haben sich auch Ablagerungen und Verzopfungen aus dem Faulbehälter gelöst.

Schlammspeicherbehälter mit Faulturm-Aufgang