Messtechnik und Leitsystem

SPS-Schaltschrank mit MIP in der Zentrale
Im Jahre 1994 ging auf der Kläranlage Miesbach nach deren Erweiterung ein Prozessleitsystem, nämlich die Simatic S5, in Betrieb, die von 2008 bis 2010 Zug um Zug auf S7 umgestellt wurde.
Aus verschiedenen Unterstationen – die letzten wurden noch vor ein paar Jahren nachträglich in die zentrale Steuerung integriert – und der Zentralstation werden laufend die Betriebszustände sowie analoge Messwerte vom und zum Leitrechner übertragen und dort protokolliert. Neben SPS und Leittechnik ist für die Laststromkreise der einzelnen Stromverbraucher eine umfangreiche Schaltschütztechnik notwendig. Diese sind in den Schaltschränken der entsprechenden Elektrounterstationen untergebracht. Alle elektrisch betriebenen Maschinen sind zudem mit Überlast- oder Vollschutz ausgerüstet.

Schaltschränke der Unterstation zur Belüftungssteuerung und Nährstoffelimination

Anzeige der Mengenmessung mit IDM
Jede Maschine hat eine Vorort-Bedienstelle. Zahlreiche Messwerte (z.B. von Abwasserparametern) und Meldungen müssen erfasst und auf das Leit- und Protokolliersystem aufgeschaltet werden (z.B. Stromaufnahmen der Verbraucher, Leistungsmessung für Stromverbrauch und Stromeigenerzeugung, Füllstände und Durchflussmesswerte, Betriebs- und Störmeldungen, sowie Stellungsmeldungen von Absperr- und Regelorganen). Um ein Höchstmaß an Betriebssicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen zu gewährleisten, ist eine ständige Kontrolle und Wartung unerlässlich. Auch dafür steht im Klärwerk qualifiziertes Elektrofachpersonal bereit.
Im Online-Messbereich befinden sich Geräte für die kontinuierliche Messwerterfassung und Steuerung von Fällungsmitteln und Sauerstoffzufuhr. Alle Daten werden über das Prozess¬leitsystem in der Schaltwarte gesammelt.

Nitrat-Online-Messgerät mit Controller
Schaltwarte:

Steuerung der Kläranlage von der Schaltwarte aus durch Abwassermeister Viktor Deml
Von der Schaltwarte aus kann das Klärwerkspersonal am Bildschirm also jederzeit Betriebszustände sowie die Messwerte der Überwachungsparameter abrufen. Das bedeutet, dass jederzeit auch manuell Soll- und Istwerte miteinander verglichen werden können und bei Bedarf in den Prozess eingegriffen werden kann. Grundsätzlich erfolgt die Prozessregelung natürlich über das Leitsystem nach den eingegebenen Sollwerten. Überschreitungen von Überwachungswerten sowie Ausfälle technischer Anlagen protokolliert das System und alarmiert über eine akustische Einrichtung und Blinklicht. Ist das Klärwerk nicht besetzt, so erfolgt die Alarmierung des Bereitschaftsdienstes über Mobiltelefon.

Als Übersicht ist die Kläranlage in der Schaltwarte als Blockschaltbild abgebildet ...

... ebenso das Einzugsgebiet für die Fernwirkanlage
