Regenentlastungen

Neben der Erneuerung und Anpassung der Kläranlage des ZAS wurden in den Jahren 1988 bis 1992 auch die Regenentlastungsbauwerke entsprechend den damaligen Richtlinien angepasst und verändert.

Die „neueren“ Baugebiete werden im Trennsystem entwässert; d.h. für Regenwasser und Schmutzwasser gibt es jeweils ein eigenes Kanalsystem. Die Ortskerne der Verbandsgemeinden werden im Mischsystem entwässert. Dazu befinden sich insgesamt 17 Regenentlastungsbauwerke in Form von Regenüberläufen (RÜ) und Regenüberlaufbecken (RÜB) im Kanalnetz. Alle Regenentlastungen werden in die Schlierach geleitet.

Die Regenentlastungsbauwerke wurden gemäß den Richtlinien der früheren Abwassertechnischen Vereinigung (ATV, jetzt DWA) für die Bemessung und Gestaltung von Regenentlastungen in Mischwasserkanälen ausgelegt. Diese Richtlinien haben das Ziel, die Bauwerke für die Regenentlastung und Regenwasserbehandlung so zu bemessen, dass von den biologisch abbaubaren Stoffen und von den absetzbaren Stoffen des Mischwasserabflusses im Jahresmittel mind. etwa 90 Prozent der Kläranlage zugeführt und dort behandelt werden.

Soweit es sich um Regenentlastungsbauwerke handelt, die über einen Speicherraum verfügen – wie z.B. die RÜBs –, so sind diese Speicherräume bei Trockenwetter leer. Bei einsetzendem Regen werden die im Kanalnetz vorhandenen Ablagerungen ausgetragen und als sogenannter „Spülstoß" in den Speicherräumen gespeichert. Die Speicherräume sind so bemessen, dass nach Vollfüllung derselben nur noch leicht verschmutztes Mischwasser in die Vorfluter abgeschlagen wird.

Regenüberläufe verfügen über keinen Speicherraum. Bei ihnen wird der sogenannte kritische Mischwasserabfluss weiter zur Kläranlage oder zu einem unterhalb liegenden Regenentlastungsbauwerk mit Speicherraum geleitet. Damit erfüllen Regenüberläufe – wie die Regenüberlaufbecken – den Zweck, die Kanalisation hydraulisch zu entlasten.

Insgesamt sind im Verbandsgebiet folgende Regenentlastungsbauwerke vorhanden:

Daten zu den Regenentlastungen
Schliersee:
RÜB 1 - PerfallstraßeFangbecken im NebenschlussV = 165 m³
RÜ 2 - Miesbacher StraßeRegenüberlauf-
RÜB 3 - BreitenbachgebietFangbecken im NebenschlussV = 70 m³
RÜ 4 - UrtlbachgebietRegenüberlauf-
RÜB 5 - SchlierachstraßeDurchlaufbecken im NebenschlussV = 600 m³
Hausham:
RÜB 6 - KaiserwegFangbecken im NebenschlussV = 170 m³
RÜ 7 - MoosrainRegenüberlauf-
RÜB 8 - ErlmoosstraßeFangbecken im NebenschlussV = 60 m³
RÜB 9 - SchmiedstraßeFangbecken im NebenschlussV = 440 m³
Miesbach:
RÜ 10a - HaidmühlstraßeRegenüberlauf-
RÜB 11 - Bayrischzeller StraßeFangbecken im NebenschlussV = 150 m³
RÜB 12 - FrühlingstraßeDurchlaufbecken im NebenschlussV = 270 m³
RÜ 13 - RathausstraßeRegenüberlauf-
RÜB 14 - BergwerkstraßeFangbecken im NebenschlussV = 220 m³
RÜB 15 - SchützenstraßeDurchlaufbecken im NebenschlussV = 340 m³
RÜ 16 - SchopfgrabenRegenüberlauf-
RÜB 17 - KläranlageRegenüberlaufbeckenV = 2000 m³

An Kosten für die Anpassung und Umgestaltung sowie für den Neubau der Regenentlastungsbauwerke wurden damals insgesamt rund 14 Millionen DM investiert.

Die Verbandsgemeinden haben damit einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Verschmutzung der Gewässer, insbesondere der Schlierach, und damit zum Schutz unserer Umwelt geleistet.