Hinter dem Werkstattgebäude sind der beheizte Faulturm 1, der unbeheizte
Faulturm 2 und der Schlammspeicherbehälter (von links nach rechts) sichtbar.
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Der aus der
biologischen Reinigung
entzogene Überschussschlamm (Sekundärschlamm) wird über eine Zentrifuge
(Dekanter) voreingedickt, bevor er zusammen mit dem in der Vorklärung
anfallenden Primärschlamm, als sogenannter Rohschlamm in den beheizten
Faulbehälter 1 (V = 2000 m³) gepumpt wird. Im Laufe des
Schlammfaulungsprozesses (mesophile anaerobe Stabilisierung) wird dieser
allmählich in den unbeheizten Faulbehälter 2 (V = 600 m³) verdrängt. Von dort
wird der stabilisierte Schlamm zur weiteren Behandlung bzw. Verwertung in den
Schlammspeicherbehälter abgelassen. Auch die Schlammfaulung oder
Schlammstabilisierung ist ein biologischer Prozess, der aber im Gegensatz zur
biologischen Abwasserreinigung im sauerstofffreien Milieu abläuft (anaerobe
Verhältnisse).
Der organische Anteil (Kohlenstoffverbindungen) des Schlammes wird in mehreren
Stufen durch die CO2-erzeugenden Bakterien in organische Säuren,
Wasser und Kohlendioxid (CO2) umgewandelt. Diese organischen Säuren
(z.B. Fett- und Buttersäure) werden von den Methanbakterien als Nahrung
angenommen, in einfache Verbindungen sowie in Methan und Wasser zerlegt. Um
eine optimale Faulung sicherzustellen, müssen bestimmte Rahmenbedingungen
gewährleistet sein: pH-Wert etwa 7-7,5, konstante Faulraumtemperatur zwischen
35 und 40 °C und eine ununterbrochene intensive Durchmischung. Die
Durchmischung wird durch
Umwälzpumpen und durch Gaseinpressung (komprimiertes Klärgas) erreicht.
Die richtige Temperatur stellt sich dadurch ein, dass Umwälz- und Rohschlamm
durch
Wärmetauscher
geschickt werden, so dass eine laufende Aufheizung gesichert ist. Bei diesen
idealen Bedingungen beträgt die Ausfaulzeit 20-25 Tage und der organische
Anteil des Schlammes reduziert sich auf ca. 50%. Aus dem stinkenden Rohschlamm
ist also ein nahezu geruchloser stabilisierter Schlamm geworden, dessen Menge
auf ca. die Hälfte reduziert wurde. Ca. 50% wurden vergast und entwässert.
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Für noch besseren Abbau der organischen Masse wird seit Sommer 2007 ein
Enzymgemisch in den Faulbehältern zugegeben. Dadurch steigerte sich der
spezifische Klärgasanfall um 18 %, während sich die zu entsorgende
Klärschlammmenge signifikant verringerte. Zwischenzeitlich haben sich
auch Ablagerungen und Verzopfungen aus dem Faulbehälter gelöst. Dies
führte vorübergehend wieder zu einer gesteigerten zu entsorgenden
Klärschlammmenge. |
Schlammspeicherbehälter mit Faulturm-Aufgang
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