SPS-Schaltschrank mit MIP in der Zentrale
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Im Jahre 1994 ging auf der Kläranlage Miesbach nach deren Erweiterung ein
Prozessleitsystem, nämlich die Simatic S5, in Betrieb. Damit wurde die bis
dahin betriebene, fest programmierbare Steuerungstechnik, bei der noch viel vor
Ort von Hand durchgeführt werden musste, abgelöst. Die immer höheren
Anforderungen an die Abwasserreinigung machten die Umstellung auf eine Technik
notwendig, die den Reinigungsprozess mit Hilfe der zahlreich vorgeschriebenen
Messwerte (Eigenüberwachung) über entsprechende Regelorgane auf ein Höchstmaß
an Reinigungsleistung optimiert. Durch einen optimierten Prozessablauf wird
gleichzeitig ein recht wirtschaftlicher Betrieb der Anlage ermöglicht.
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Aus verschiedenen Unterstationen – die letzten wurden noch vor ein paar Jahren
nachträglich in die zentrale Steuerung integriert – und der Zentralstation
werden laufend die Betriebszustände sowie analoge Messwerte vom und zum
Leitrechner übertragen und dort protokolliert. Neben SPS und Leittechnik ist
für die Laststromkreise der einzelnen Stromverbraucher eine umfangreiche
Schaltschütztechnik notwendig. Diese sind in den Schaltschränken der
entsprechenden Elektrounterstationen untergebracht. Alle elektrisch betriebenen
Maschinen sind zudem mit Überlast- oder Vollschutz ausgerüstet.
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Schaltschränke der Unterstation zur Belüftungssteuerung und
Nährstoffelimination
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Anzeige der Mengenmessung mit IDM
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Jede Maschine hat eine Vorort-Bedienstelle. Zahlreiche Messwerte (z.B. von
Abwasserparametern) und Meldungen müssen erfasst und auf das Leit- und
Protokolliersystem aufgeschaltet werden (z.B. Stromaufnahmen der Verbraucher,
Leistungsmessung für Stromverbrauch und Stromeigenerzeugung, Füllstände und
Durchflussmesswerte, Betriebs- und Störmeldungen, sowie Stellungsmeldungen von
Absperr- und Regelorganen). Um ein Höchstmaß an Betriebssicherheit und
Verfügbarkeit der Anlagen zu gewährleisten, ist eine ständige Kontrolle und
Wartung unerlässlich. Auch dafür steht im Klärwerk qualifiziertes
Elektrofachpersonal bereit.
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Im Online-Messbereich befinden sich Geräte für die kontinuierliche
Messwerterfassung und Steuerung von Fällungsmitteln und Sauerstoffzufuhr. Alle
Daten werden über das Prozess¬leitsystem in der Schaltwarte gesammelt.
Alte Online-Messgeräte mit Ultrafiltration, von denen nur mehr das
Phosphat-Messgerät im Einsatz ist
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Neues Nitrat-Online-Messgerät mit Controller
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Schaltwarte:
Steuerung der Kläranlage von der Schaltwarte aus durch Abwassermeister Viktor
Deml
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Von der Schaltwarte aus kann das Klärwerkspersonal am Bildschirm also jederzeit
Betriebszustände sowie die Messwerte der Überwachungsparameter abrufen. Das
bedeutet, dass jederzeit auch manuell Soll- und Istwerte miteinander verglichen
werden können und bei Bedarf in den Prozess eingegriffen werden kann.
Grundsätzlich erfolgt die Prozessregelung natürlich über das Leitsystem nach
den eingegebenen Sollwerten. Überschreitungen von Überwachungswerten sowie
Ausfälle technischer Anlagen protokolliert das System und alarmiert über eine
akustische Einrichtung und Blinklicht. Ist das Klärwerk nicht besetzt, so
erfolgt die Alarmierung des Bereitschaftsdienstes über Mobiltelefon.
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Auftragsbogen des Betriebsführungssystems „GS“, hier zur Gebläsewartung
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Die Betriebsstunden aller Maschinen werden protokolliert, gleichzeitig die
Wartungszyklen überwacht und deren Fälligkeit über einen Drucker ausgegeben und
ans Betriebsführungssystem „GS“ weitergeleitet, um daraus gleich die nötigen
Auftragsbögen erzeugen zu können.
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Es ist also jederzeit nachvollziehbar, wann Ereignisse eingetreten sind und
wann vom Betriebspersonal z.B. eine Störung behoben wurde. Eine wichtige
Funktion des PLS ist die vollautomatische Erstellung des Betriebstagebuches.
Dafür werden alle erforderlichen Analogmesswerte direkt eingelesen und
aufgezeichnet. Labormesswerte können per Hand eingetragen werden. Das
Protokolliersystem führt auf Wunsch auch Berechnungen mit den vorhandenen
Aufzeichnungen durch. Schmutzfrachten, Anzahl der Trockenwettertage,
Verbrauchsmengen usw. können so jederzeit abgerufen werden. Die Erstellung von
Tages-, Monats- und Jahresberichten ist problemlos möglich. Das
Prozessleitsystem gewährt also einen direkten Überblick über den gesamten
Betriebsablauf.
Von
2007 an bis zum Abschluss der Arbeiten im Jahr 2010 wurde das
Prozessleitsystem stufenweise von Simatic S5 auf S7 umgerüstet. Dabei
wurde das Profibussystem eingesetzt. Hierfür mussten auch neue
Lichtwellenleiter verlegt werden.
Als Übersicht ist die Kläranlage in der Schaltwarte als Blockschaltbild
abgebildet ...
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... ebenso das Einzugsgebiet für die Fernwirkanlage
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