Die Bemühungen der drei
Verbandsgemeinden Schliersee, Hausham und Miesbach um die Reinhaltung
ihrer Gewässer reichen schon in die Zeit vor der Gründung des
Zweckverbandes zur Abwasserbeseitigung im Schlierachtal zurück.
Als aber die Verunreinigung des Schliersees und der Schlierach
bedenkliche Formen annahm und das Wassereinzugsgebiet der Münchener
Wasserversorgung in Thalham zu gefährden drohte, setzte sich immer mehr
der Gedanke durch, eine überregionale Lösung des Problems anzustreben,
um wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutze des wertvollsten Gutes, des
Wassers, zu erzielen. Nach vielen Verhand-lungen zwischen den drei
Gemeinden, dem Landratsamt, der Regierung und dem Bayerischen Landesamt
für Wasserversorgung und Gewässerschutz konnte am 25. Oktober 1958 der
Zweckverband zur Abwasser-beseitigung im Schlierachtal gegründet und
unter Mithilfe der Stadt München auch die Gesamtfinanzierung der
Abwasserbeseitigung gesichert werden.
| Bürgermeister
Georg Schroll Markt
Schliersee | |
|
Bürgermeister Josef Penzkofer Gemeinde
Hausham | |
|
Bürgermeister Eugen Minholz Markt
Schliersee | |
Die
damaligen Gründerväter, Bürgermeister Georg Schroll von der Stadt
Miesbach, Bürgermeister Josef Penzkofer von der Gemeinde Hausham und
Bürgermeister Eugen Minholz vom Markt Schliersee bewiesen Weitsicht und
stellten mit der Gründung die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft. |
Damit war der
ZAS, zwei Jahre nach der Gründung des Zweckverbandes zur
Abwasserbesetigung im Tegernseer Tal, in Bayern ebenfalls Vorreiter für
die Bündelung der Kräfte im Sinne des Gewässerschutzes.
Verbandsvorsitzende des ZAS Miesbach seit dem Gründungsjahr:
Bau der ersten
Kläranlage Im Sommer 1959 wurde mit dem
Bau des 9,2 km langen Verbandskanals entlang der Schlierach begonnen
und im Sommer 1964 wurde das Vorhaben mit der Inbetriebnahme der
Sammelkläranlage im Norden Miesbachs und wenig später auch des
Ableitungskanals zur Mangfallüberleitung gekrönt.
Planierungsarbeiten am 17.05.1962 |
Aushub für das Nachklärbecken am
23.10.1962 | Betonieren des Vorklärbeckens am
04.04.1963 | Vorklärbecken aus Sicht des
Einlaufs am 04.04.1963 | Betonieren des Faulbehälters am
03.10.1962 | Bau des Betriebsgebäudes am
09.10.1963, hinten: Faulbehälter | Blick auf die Gesamtanlage am
09.10.1963 | Für die Verwirklichung dieses
für damalige Verhältnisse außergewöhnlichen Vorhabens, das Kosten in
Höhe von insgesamt 13 Millionen DM verursacht hat, haben die
beteiligten Gemeinden außerordentliche finanzielle Anstrengungen
gebracht, die gemildert wurden durch Zuschüsse des Bundes, des Landes
Bayern und des Bezirksverbandes in Höhe von 5,14 Millionen DM, das
waren 44,7% der zuschussfähigen Kosten, und der Stadt München in Höhe
von 1,4 Millionen DM. |
Erste
Kläranlage des ZAS, im Jahr 1964 fertig gestellt |
Die Kläranlage
wurde damals für eine Belastung von 50.000 EW gebaut.
Schemabild der ersten Kläranlage von 1964 |
In den Jahren 1973 -1981 mussten zur
Verbesserung der Kläranlage Investitionen in Höhe von insgesamt rd. 2,5
Mio. DM getätigt werden. U.a. wurde ein
Regenrückhaltebecken unmittelbar vor der Kläranlage mit einem
Nutzinhalt von 2.000 m3 gebaut, um einen Teil des Mischwassers
zurückhalten zu können. Und eine chemische Fällung, als
Vorfällung, um einen besseren Wirkungsgrad im Vorklärbecken zu
erreichen und damit die Biologie zu entlasten wurde damals installiert.
Erweiterung und Neubau der Kläranlage
Aufgrund der erheblichen Belastung der Kläranlage
durch steigendes häusliches und gewerbliches Abwasseraufkommen,
insbesondere durch erhebliche Einleitungen des noch bis Ende der 90er
Jahre existierenden Milchverarbeitungsbetriebs, musste die Kläranlage
erweitert werden. 1986 wurde mit der Planung begonnen. Während der
Planungsphase gesetzlich immer höhere Anforderungen an den
Gewässerschutz führten 1989 nochmals zu einer Änderung des Entwurfs und
dann praktisch nahezu zu einem Neubau.
Ein
Prosit auf ein gutes Gelingen: Von links die Bürgermeister Konrad
Schweinsteiger , Arnfried Färber (damaliger
Verbands-vorsitzender) und Adalbert Lang nach dem ersten Spatenstich |
Baubeginn
war der 10. Oktober 1990. |
Betonieren des 7 Meter tiefen
Belebungs-beckens im Oktober 1990 | Ausrüstung des Belebungsbeckens im
April 1992 |
Betonieren des Faulbehälters 1 im Februar 1991 |
Für den Neunbau musste der enorme Betrag von insgesamt rund 45 Mio. DM
aufgebracht werden. Dabei konnte man sich Zuschüsse in Höhe von 35 %
der zuwendungsfähigen Kosten sichern. Da auch das anfallende
Sickerwasser der Landkreismülldeponie über die Kläranlage Miesbach
gereinigt wird, beteiligte sich der Landkreis bzw. die VIVO an der
Finanzierung des Kläranlagenneubaus. |
Blick auf den Bau des
Schlammentwässerungs-gebäudes (links), Bodenplatte des Gasbehälters
(Mitte), fertiges Betriebsgebäude (dahinter), Isolierung und
Schindelung des Faulbehälters 1 (rechts) im November 1991 | Betonieren des Nachklärbeckens im
Jahr 1991 |
Im Frühjahr 1994 wurde die Kläranlage fertig gestellt.
Symbolische Schlüsselübergabe zum Kläranlagenneubau: Von links: Landrat
Norbert Kerkel , Betriebsleiter Helmut Hank ,
Ministerialrat Prof. Dr. Wolfgang Buchner, Verbandsvorsitzender
Arnfried Färber, Ingenieur Peter Raunecker |
Dokumentarfilm zum Neubau
der Kläranlage von Michael Winkler
Dieser
Film steht Ihnen hier auch direkt zum Download zur Verfügung:
ZAS_DVD.zip
(Dateiformat:
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auf Ihrem Computer zu betrachten. Dateigröße: ca. 280 MB)
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